Donnerstag, 26. Juni 2014

Kleidung und Ethik? Hilferufe in Primark Klamotten

Eine Hose für wenige britische Pfund, dafür mit einer Botschaft: Eine Kundin der britischen Modekette Primark fand in ihrem neuen Kleidungsstück einen Zettel mit einem Hilferuf in asiatischen Schriftzeichen - bei dem Billigproduzenten kein Einzelfall." 1



Hallo meine lieben, heute mal ein ganz aktuelles ernstes Thema, was ich unbedingt ansprechen wollte, vor allem weil ich selbst ja auch seit 2 Jahren durch meine Ausbildung, die Schule und meinem Praktikum in einem Mode Atelier etwas mit der Textilbranche zu tun habe.
Ich habe heute auf der Website der Süddeutschen Zeitung gelesen, dass einige Primark-Kunden in ihrer Kleidung eingenähte Hilferufe, der Leute gefunden habe, die diese Kleidung genäht haben.
Eine Frau fand Beispielsweise ein Etikett mit der Nachricht: "forced to work exhausting hours" ("zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen") 2
Zum vollständigen Artikel gehts hier lang -->Klick


Anlässlich dieser neuen Skandale wollte ich mal einen kleinen Post zu diesem Thema schreiben..
Uns wird in der Schule eingetrichtert, wie es in den ganzen Textilbetrieben , die hauptsächlich in Asien ansässig sind so zu geht und dass es unglaublich wichtig ist, auf die Herkunft und Qualität seiner Kleidung zu achten.
Ich habe mich im letzten Jahr etwas mit dem Thema beschäftigt und musste feststellen, dass es heutzutage kaum mehr möglich ist , (bezahlbare!) modische Kleidung zu kaufen, die nicht unter Menschenunwürdigen Zuständen im Ausland hergestellt wurde.
Wir sind alle davon betroffen. Ja, sicherlich auch DU!
Auch Du hast bestimmt ein Berg  Kleidungsstücke von Primark, h&m, Zara und co im Kleiderschrank.
Wir müssen uns im Klaren darüber werden, was es tatsächlich bedeutet, diese Kleidung in Massen zu kaufen, meist nach kurzer Zeit wieder aus zu sortieren um uns dann die neuen trendigen Teile zu kaufen.
Es bedeutet, dass unzählige (teils noch wirklich sehr junge Männer und Frauen, ja teils sogar Kinder, auch wenn das von den großen Modemarken oft abgestritten wird!) unter den Menschenunwürdigsten Zuständen hergestellt werden.
Was bedeutet das für die Menschen?

-sehr niedriger Lohn
-sehr harte und lange Arbeitstage (oft um 14 std/Tag )
-schlechte Arbeitsumgebung (Stoffstaub, Dreck...)
-kein Arbeitsschutz
-teils Kinderarbeit
und noch so vieles mehr..

Wir sollten uns beim shoppen öfter mal fragen, ob das wirklich sein muss. Uns bewusst machen, dass unser Überkonsum an Textilien, die wirklich meist nur maximal eine Saison getragen werden, dazu führt dass Menschen, am anderen Ende der Welt leiden müssen... Klar, wir können jetzt nicht unser gesamtes Konsumverhalten was Klamotten angeht umstellen, denn modische Kleidung aus Deutschland oder nicht 3te Welt Ländern ist sehr teuer, aber man sollte vielleicht mehr so einkaufen, dass es nachhaltig ist, nicht jeden Trend mitmachen, alte Kleidung auf dem Flohmarkt oder Second Hand Läden einkaufen oder Recyclen und auch mal selbst in einem Second Hand Laden stöbern (Kann sehr spannend sein!)

Sooo, ich hoffe, ich konnte euch mal einen kleinen Einblick gewähren und zum Nachdenken anregen konnte..
Wen es interessiert kann sich mal diese Doku über H&M ansehen  :)


Was sagt ihr zu dem Thema? Schreibt mir eure Meinungen!

___________________
1+2: Süddeutsche Zeitung: Primark-Kunden finden eingenähte Hilferufe in Kleidung. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/billigmode-kette-primark-kunden-finden-eingenaehte-hilferufe-in-kleidung-1.2017423 (26.06.2014)

1. Bild: Getty Images. via http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/billigmode-kette-primark-kunden-finden-eingenaehte-hilferufe-in-kleidung-1.2017423

2.Bild: Wales News Service Ltd. via http://www.news.at/a/england-hilferuf-primark-kleid

Kommentare:

  1. Habe es schon bei Facebook gelesen.. ich finde, nicht nur Primark hat so schlechte Arbeitsverhältnisse.
    Das ist ein Thema wo man stundenlang drüber disskutieren könnte..

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  2. Ich finde das Thema sehr aktuell aber eine wirkliche Lösung hat keiner. Am schlimmsten finde ich dieses Primark-gerufe. H&M machte diese Produktion schon bevor Primark in Deutschland solche Bekanntschaft erlangte. Ja natürlich ist das schrecklich, keine Frage. Und auf jeden Fall sollte etwas unternommen werden. Aber man kann nicht 30 Millionen Teenagern sagen sie sollen ihr knappes Taschengeld für Markenkleidung (die Teilweise nicht besser Produktionsverhältnisse hat) auszugeben und nicht 'jeden Trend mitzumachen'. Mit 12-15 macht man sich durch diese 'Trends' aus und es mag auch ein Teil der Persönlichkeitsfindung sein. Ich zähle auf Transparenz. Zu viele Menschen wissen nicht was sie da kaufen - ein 'Made in Bangladesh' Schild ist schnell raus geschnitten. Persönlich würde ich spontan auch gar nicht wissen wo ich kaufen dürfte um diese Menschen verachtenden Arbeiten nicht zu unterstützen.
    Farina

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  3. Primark ist ja eh ein umstrittenes Thema prinzipiell alle Textil-Konzerne. Der Skandal wurde aber laut den heutigen Nachrichten aufgeklärt und war angeblich ein Scherz.
    Ich habe mal für Takko gearbeitet und kann sagen es ist nicht alles so heiß wie es gegessen wird.
    Klar sind die Bedienungen nicht immer der Knaller in den Fabriken aber das kann durchaus auch bei hochwertigeren Modemarken der Fall sein.

    Liebste Grüße Laura vom
    http://streuselsturm.blogspot.com/

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  4. Ja das hatte ich auch gelesen. Nur weiß mad bei manchen Sachen ja gar nicht wo sie genau her kommen. Marken Kleidung stand auch schon in der Kritik. Finde es echt schade
    Alles liebe
    Michelle

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